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Pressemitteilung vom 21.12.2017

Naturschutzverbände lehnen Zielabweichungsverfahren für Kiesabbau ab

Die Kiesgesellschaft Karsee hat beim Regierungspräsidium Tübingen den Antrag gestellt, im Altdorfer Wald an der Straße zwischen Unterankenreute und Wolfegg eine neue Kiesgrube aufmachen zu dürfen. Das widerspricht aber den im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan festgelegten Zielen. Die Naturschutzverbände lehnen dieses Vorhaben daher einmütig und ganz entschieden ab.

geplanter Kiesabbau im Altdorfer Wald

Hier soll bald Kies abgebaut werden
(Foto: NABU/H.Kraft)

Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite grenzt nämlich das Schutzgebiet der Weißenbronner Trinkwasserquellen an. Diese versorgen die Einwohner von Baienfurt und Baindt mit einem Wasser von ganz seltener und ausgezeichneter Qualität, das ohne jede Aufbereitung in die Leitungen eingespeist werden kann. Sehr wahrscheinlich reicht das Einzugsgebiet dieser Quellen deutlich über die Schutzgebietsgrenze hinaus, denn die starke Schüttung dieser Quellen würde ausreichen, das ganze Mittlere Schussental zu versorgen. Und es ist durchaus möglich, dass man eines Tages auch darauf zurückgreifen muss, denn im Schussental mussten schon einige Quellen wegen hygienischer Mängel und wegen Schadstoffbelastungen geschlossen werden. „Es wäre einfach unverantwortlich,“ so Georg Heine, der Sprecher des Arbeitskreises des Landesnaturschutzverbandes im Kreis Ravensburg, „diesen kostbaren Schatz durch den Abbau der über 40 m dicken Waldboden- und Kies-Filterschichten zu gefährden.“

Außerdem ist der Altdorfer Wald, - mit rund 10.000 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet Oberschwabens - einer der ganz wenigen weitgehend unzerschnittenen Lebensräume und deshalb im Landesentwicklungsplan als „überregional bedeutsamer naturnaher Landschaftsraum mit einer überdurchschnittlichen Dichte schutzwürdiger Biotope und überdurchschnittlichem Vorkommen landesweit gefährdeter Arten“ kartiert und geschützt.

Der gültige Teilregionalplan „Oberflächennahe Rohstoffe“ hat das Gebiet folgerichtig auch ausdrücklich als Ausschlussgebiet für den Kiesabbau und als „Schutzbedürftigen Bereich für die Forstwirtschaft“ festgelegt. „Auch der Altdorfer Wald ist ein großer Schatz des südlichen Oberlandes,“, sagt dazu Ulfried Miller, der Regionalgeschäftsführer des BUND in Ravensburg, „den es als Ganzes zu schützen und zu bewahren gilt. Er legt sich wie ein breites, grünes und schützendes Band um das dicht besiedelte Schussental und bietet dessen lärm- und stressgeplagten Bewohnern neben allen anderen Schutzfunktionen eine Oase der Ruhe und Erholung.“

„Und es ist schon seltsam“, fügt Helmut Kraft vom NABU Weingarten hinzu, „wenn nun der Gutachter des Kiesunternehmens behauptet, die Ziele der Raumordnung seien „nicht berührt“ und mit dem „Verlust wertgebender Arten“ sei nur „in ganz geringem Ausmaß“ zu rechnen. „Da kann man doch nicht nur die 5 Hektar betrachten,“ sagt Kraft weiter, „bei denen es ja dann auch nicht bleibt, denn die vorgesehen Abbaufläche beträgt ja 11 ha. Wir haben dort alleine 64 Vogelarten nachgewiesen, darunter so bemerkenswerte Arten wie Wespenbussard, Waldschnepfe, Grauspecht und Tannenhäher. Die haben doch viel größere Reviere als nur die 5 Hektar.“

Deshalb lehnen die Naturschutzverbände in ihrer Stellungnahme die Zielabweichung rundweg ab und fordern das Regierungspräsidium Tübingen auf, das Verfahren unverzüglich einzustellen und nicht weiter zu führen, weil der Antrag ganz offensichtlich unbegründet ist und den Zielen der Raumordnung in grober Weise widerspricht.


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